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Digitalisierung der Gebäudetechnik

Beim Thema Facility Management geht es lt. Definition (https://de.wikipedia.org/wiki/Facilitymanagement) darum, Gebäude zu verwalten bzw. zu bewirtschaften und technische Anlagen sowie Einrichtungen instand zu halten. Folglich werden hier andere Fähigkeiten und Fertigkeiten verlangt als klassische IT-Adminstration. Häufig sehen sich Facility Manager und deren Teams jedoch mit Produkten oder Anlagen konfrontiert, die ein gutes Grundverständnis der Informationstechnik erfordern.

Die intelligenten Dinge(r)

Glaubt man den führenden Marktforschungs- und Analyse-Organisationen wie Gartner (http://www.gartner.com/newsroom/id/2636073) oder IDC (http://www.idc.com/getdoc.jsp?containerId=prUS25658015), dann werden wir bereits im Jahr 2020 mehr als 20 Milliarden sog. “Smart Objects” haben. Was heißt das? Zunächst ist wichtig zu verstehen, was diese intelligenten Objekte genau sind und wie die Industrie plant, unsere Leben mit ihnen zu erleichtern.

Der Versuch einer Begriffserklärung: Beim “Internet der Dinge” gibt es verschiedene Modeworte wie “Internet of Things” (IoT), “Industrie 4.0” oder auch “Machine-to-Machine” (M2M). Beim letzteren sollen technische Anlagen miteinander kommunizieren. Genau genommen ist der Mensch bei M2M uninteressant. Ein Förderband kommuniziert beispielsweise mit einem Roboterarm, damit dieser nicht ins Leere greift, falls das Band gestoppt hat. Solang dieses Zusammenspiel nahtlos funktioniert, ist der Mensch außen vor. Anders sieht es bei IoT aus. Hier ist eine Interaktion mit dem Menschen gewünscht, um beispielsweise Raumtemperatur oder Beleuchtung aus der Ferne regeln zu können bis hin zur Nachricht auf’s Smartphone, wenn der Bewegungsmelder im heimischen Hof angeschlagen hat. Der Begriff der “Industrie 4.0” ist eine deutsche Erfindung und hat sich international noch nicht durchgesetzt. Sicherlich auch deshalb, weil damit eine Vermischung der ersten beiden Begriffe gemeint ist.

Aus dem Nähkästchen geplaudert

Spricht man mit IT-Verantwortlichen von Firmen, Gesellschaften und Hochschulen verschiedenster Ausprägungen ergibt sich ein klares Bild der Missstände. Bei der voranschreitenden Digitalisierung in der Gebäudetechnik wird das IT-Team oft viel zu spät in Projekte involviert.

Da gibt es beispielsweise IP-gesteuerte Schließsysteme eines namenhaften deutschen Herstellers, deren Bestandteile Campus-weit im gleichen Netzwerksegment liegen (sollten). Nachdem die vielversprechende Lösung erworben und physisch installiert wurde, musste festgestellt werden, dass es keine Campus-weiten VLANs gibt. Dies machte den Zukauf weiterer Kontrolleinheiten für die Schließanlage notwendig.

Ein weiterer Aspekt ist der TCP/IP Stack dieser neuen smarten Geräte. Anstatt auf etablierte Plattformen im “Embedded”-Bereich wie Linux oder Android zu setzen, implementieren viele IoT-Hersteller eigene Stacks. Häufig war zu beobachten, dass grundlegende Netzwerkprotokolle wie z.B. DHCP nicht standardkonform implementiert wurden. Beim Einsatz in den eigenen vier Wänden mag dies nicht aufgefallen sein, doch in einer heterogenen Enterprise-Umgebung ist dieser Mangel gravierend.

Der kritischste Punkt im persönlichen Gespräch mit Kunden war die Sicherheit der Systeme. Die meisten Lösungen bieten ein webbasiertes User Interface an, das zum Teil nicht einmal mit HTTPS angesprochen werden kann. Bei Produkten mit HTTPS-Unterstützung scheiterte man gern am Einspielen des eigenen Zertifikats und musste sich mit dem “selbst-signierten” zufrieden geben. Oder die Anmeldemaske akzeptiert nur Zahlen und Buchstaben als Eingabe für das Passwort und erlaubt grundsätzlich keine externe Authentisierung.

Wer ist zuständig?

Die Rollen sind klar verteilt. Die Gebäudetechnik kümmert sich darum, technische Anlagen und Einrichtungen instand zu halten. Die Aufgabe der IT ist klassisch die Informations- und Datenverarbeitung basierend auf den Unternehmensanforderungen für Redundanz, Sicherheit, usw. Somit haben beide Teams ihren Anteil an den neuen smarten Objekten und das gilt es in den Griff zu bekommen.

Zukünftig wird ein Facility Manager kein Studium der Informatik benötigen und ein IT-Administrator wird auch kein Beleuchtungssystem installieren müssen. Allerdings werden diese zwei Kollegen zukünftig enger zusammenarbeiten.

Bereits der Evaluierung neuer Gebäudetechnik ist es von Vorteil das IT- bzw. Netzwerk-Team frühzeitig einzubinden, um Überraschungen, wie im Absatz zuvor beschrieben, zu vermeiden und besser planen zu können. Auf der anderen Seite brauchen die Kollegen des Facility Managements etwas mehr Einblick in die Strukturen und Arbeitsweisen der IT.

Management Software zur Unterstützung

Bereits heute arbeitet weder das Facility Management und schon gar nicht die IT mit Zettel und Stift. Interessant ist, wo sich Synergien schaffen lassen. Oftmals ist die Zusammenarbeit beider Teams darin begründet, dass moderne Gebäudetechnik mit dem Netzwerk verbunden wird. Kontrolleinheiten haben einen RJ-45 Anschluss und diverse Sensoren oder Kammeras nutzen das WiFi im Gebäude.

Heutige Netzwerk- und Adressdatenbanken schaffen eine zentrale Anlaufstelle, in der jedes Netzwerk und jede einzelne IP-Adresse dokumentiert wird. Sog. IP Address Management Systeme (IPAM) verfügen zusätzlich über eine granulare Rechtevergabe bis hin zum Vier-Augen-Prinzip. Auf diese Weise könnte ein Facility Manager beschränkten Zugriff auf die Netzdokumentation erhalten, um IP-fähige Gebäudetechnik besser platzieren und planen zu können. Der IT-Administrator auf der anderen Seite wird nicht vom komplexen Tagesgeschäft abgehalten, weil Adressen einzutippen sind, ohne dabei die Kontrolle über die Netzdatenbank zu verlieren. Das IPAM System dokumentiert jede Änderung genauestens und erlaubt auch eine Auswertung der Daten, um beispielsweise die Netzauslastung durch diese ganzen neuen Geräte im Blick zu behalten. Eine automatisierte Kopplung zwischen der Gebäude- und der Netzdatenbank wäre dank sog. Application Programming Interfaces (API) ebenso denkbar.

Fazit

In erster Linie geht es um Kommunikation. Nicht zwischen Maschinen oder zwischen Maschinen und Menschen, sondern zwischen Menschen. Durch die voranschreitende Digitalisierung der Gebäudetechnik ist ein Zusammenarbeiten notwendig, um gemeinsam erfolgreich zu sein. 

Werkzeuge wie das IP Address Management System von BlueCat können an dieser Stelle erste Schnittpunkte sein. Kontaktieren Sie das Team von Open Networks als lokalen Bluecat Partner um mehr zu erfahren.

Markus Huber

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